Linux Grundlagen (1): Paketverwaltung

18 07 2009

Was macht die Paketverwaltung?

Einer der augenscheinlichsten Vorteile freier Software ist, das sie für den Anwender keine Lizenzkosten verursacht. Dem zufolge ist es ein wichtiges Bestreben der Entwickler, für ihre Arbeit zumindest mit einer gewissen Bekanntheit entlohnt zu werden.

Daraus folgt, dass die Distributionswege freier Software anders und vor allem komfortabler sind, als Windows-Umsteiger dies kennen. Denn: sie sollen einer hohe Weiterverbreitungsrate dienlich sein. Dazu muss eine Software-Lösung in allererster Linie schnell gefunden werden können. Am Besten vom Betriebssystem selbst. Das ist eine der Aufgaben der Paketverwaltung.

Die Paketverwaltung stellt Zugriffe auf die ins System eingebundenen Repositories her. Sie verwaltet die Eigenschaften der installierten Pakete und kennt zu jedem Paket die Abhängigkeiten von anderen Paketen. Sie warnt nicht nur, wenn man versucht ein Paket zu deinstallieren, welches von anderer installierter Software noch benötigt wird, sie weiß auch genau über die Versionen Bescheid, die für ein korrektes Funktionieren nötig sind. Darüber hinaus können Software-Updates (und in einigen Distributionen sogar Upgrades des Betriebssystem) automatisiert erledigt werden. Sicherheitsupdates kommen so unter Linux auch immer sofort nach der Bereinigung auf die betroffenen PCs – nicht erst am zweiten Dienstag (oder je nach Zeitzone Mittwoch) im Monat. (Ich persönlich halte das Verhalten Microsofts in diesem Punkt für angreifbar. Andere sprechen von fahrlässig, wenngleich M$ dies unter dem Label “Planbarkeit” als Voteil verkauft, dass in der Zwischenzeit Millionen von Rechner gehackt werden können.) Ich möchte diese Lücken jedenfalls nicht unnötig lang in meinem System haben.

Dies ist wesentlich mehr als das, was die Windows-Systemsteuerung in der Kategorie Software leistet: Hier muss die Installationsroutine jedes Programms selbst alle Voraussetzungen für das Funktionieren schaffen. Benutzen mehrere Programme die selben Bibliotheken, gibt es schnell Versionskonflikte. Beim Deinstallieren nicht benötigter Software bleiben diese meist gleich im System – einer der Gründe, warum ein Windows nach 12..18 Monaten immer lahmer wird. Automatische Updates auf neue Versionen der installierten Programme wird Windows auf Betriebssystemebene auch nie erlernen. Hier ist immer der Hersteller selbst gefragt, weswegen die Windows-Programme auch so gerne “nach Hause telefonieren”, um nach neuen Versionen ihrer selbst zu suchen. (Dazu muss jeder selbst seine Position finden, mir passt das jedenfalls nicht.)

Weiterführende Links:

Was ist ein Repositorium?

http://de.wikipedia.org/wiki/Paketverwaltung

http://de.opensuse.org/Zypper/Anleitung

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